Die Mahnung 52/1 und 52/2     1. Januar und 1. Februar 2005

40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel – ein Reisebericht

 

Nach längerer Pause hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin (http://www.digberlin.de) zusammen mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Berlin (http://www.gcjz-berlin.de) wieder eine Reise nach Israel organisiert, eine Initiative, die in Annäherung des 40. Jahrestags der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 2005 einiges Interesse erweckte: 26 Teil­neh­mer, davon einige zum ersten Mal, fuhren im November 2004 nach Israel, wobei der Schwerpunkt des Programms bei der Diskussion der gegenwärtigen politischen Situation lag. Zeit zu eigenem Erkunden des Landes war nur mit zusätzlicher Verlängerung möglich, die das mit der Organisation betraute Reise­büro sehr flexibel ermöglichte und auch ich hatte die Woche um ein paar Tage ergänzt, um auch kulturelle Aspekte Tel Avivs und Jerusalems zu erkunden. Der nachwirkende Eindruck ist die Anstrengung, mit der diese Reise verbunden war, vielleicht wegen der Anspannung, die man eigentlich nicht wahrhaben möchte, die sich aber irgendwo im Hinterkopf befindet, wenn man immer wieder mit Sprüchen konfron­tiert wird wie „das ist aber mutig in so eine Krisenregion zu fahren“ und „komm heil zurück“ – eigentlich in Verkennung der Tatsache, dass Israel ein zivilisiertes Land ist und dass die Bomben­atten­tate genau damit ihren Zweck erfüllen, Angst zu schaffen: De facto ist die Zahl der Toten und Verletzten durch Anschläge erheblich geringer als die der Verkehrstoten, und trotzdem dauert es eine Weile, bis die Anspannung nachlässt, wenn ein Bus plötzlich direkt neben einem hält oder wenn man plötzlich eine der Stellen erkennt, an denen ein Anschlag verübt wurde. Eine Angst, mit der die Israelis täglich leben müssen, wie auch der deutsche Botschafter Rudolf Dressler (http://www.tel-aviv.diplo.de) fest­stellte. Ohne Optimis­mus könne man kaum überleben, auch wenn die wirtschaftliche Lage des Landes sehr gut sei, was sich auch an sehr erfolgreichen Investitionen deutscher Unter­nehmen in Israel zeige. Bei einer Arbeitslosigkeit, die in etwa deutschen Verhältnissen entspreche, gebe es doch eine enorme Kaufkraft und eine erhebliche jährliche Steigerung des Bruttosozial­produkts, von der andere Länder nur träumen würden. Seit Palästinensern die Einreise nach Israel erheblich erschwert wurde, gibt es etwa 200 000 Gastarbeiter aus den Philippinen und Thailand, die besonders in der Altenbetreuung tätig sind – ein alltägliches Bild auf den Straßen von Tel Aviv.

 

Der Vertreter des Tourismusministeriums Micky Hirschfeld zeigte sich optimistisch, dass jeder Besucher dazu beitragen würde, die Vorzüge Israels als Reiseziel zu kommunizieren. Er versicherte auch, dass das Marketing in Deutschland wieder ausgebaut werden soll, in Berlin seien dazu derzeit zwei neue Mitarbeiter tätig. Auch die seit 2000 nicht mehr aktualisierten Internetseiten würden derzeit überarbeitet und sollen dann wieder aktuelle Informationen über das Land liefern.

 

Die von uns besuchten politischen Stiftungen, die Friedrich-Ebert-Stiftung (http://www.fes.org.il) in Tel Aviv und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem (http://www.kas.de/proj/home/home/24/1/index.html) betonten vor allem ihre Bemühungen, politische Bildungs­arbeit durch Unterstützung verschiedener Projekte zu leisten. Eine Tatsache, die man zwar weiß, die einem aber eigentlich erst vor Ort richtig bewusst wird, ist, dass Familien­stands­angelegenheiten in Israel religiöser Gesetzgebung unterliegen, d.h. Eheschließungen werden nicht zivil sondern durch einen Rabbiner vollzogen. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Anteil der israelischen Bevölkerung arabischer Abstammung und damit christlicher oder muslimischer Religionsangehörigkeit ist. Der arabische Bevölkerungsanteil in Israel beträgt etwa 20 Prozent, wobei allein schon dadurch, dass Arabern nicht erlaubt ist Armeedienst abzuleisten eine Ungleichgewichtung in den sozialen Verhält­nissen entsteht, denn diejenigen, die ihren Armeedienst absolviert haben erhalten einen günstigen Kredit zum Kauf einer Eigentumswohnung – Mietwohnungen gibt es kaum. Palästina und die  damit verbundenen Gebietsstreitigkeiten sind ein weiteres Problem, das zu diesem innerstaatlichen Problem hinzukommt. Das alles ist andererseits verständlich und zeigt die Komplexität des Problems, die dadurch verschärft wird, dass insbesondere die religiös orientierten Bevölke­rungs­gruppen für Nach­wuchs sorgen und die Radikalisierung damit weiter voran­getrieben wird. Gewalt gehört dabei zur Tages­ordnung – nicht nur die israelischen Soldaten und Siedler laufen bewaffnet herum. Bei unserem Besuch in Akko, der auf das Ende des Ramadans fiel, wurden wir von kleinen Kindern mit Spielzeug­waffen und Leuchtfeuern begrüßt – ein wenig gespenstisch, vor allem angesichts der Nachrichten von den Trauerfeier­lich­keiten anlässlich der Beerdigung Arafats in Ramallah tags zuvor, bei denen zwei Teilnehmer erschossen wurden. Trotz allem war die Bedrohung für uns natürlich nicht real, sondern rein mentaler Natur, eben subjektiv empfunden. Akko ist, auch im Dunkeln, ein malerisches altes Städtchen, und gerne hätten wir mehr Zeit gehabt, um am Hafen einzukehren und den Blick auf das Meer beim Abendessen zu genießen.

 

Unseren Abschied von Tel Aviv – einer mondänen Großstadt mit inzwischen erheblich russischem Einfluss, in der man das Leben am Strand auch nachts in vollen Zügen genießen kann, nahmen wir mit einem Besuch am Gedenkstein zur Erinnerung an die Ermordung Yitzhak Rabins, der an historischem Ort neben dem Rathaus errichtet wurde – eine schmerzliche Wunde in der Stadt. Daran schloss sich ein Besuch der benachbarten Stadt Ramat Gan an, die zwar keinen eigenen Zugang zum Mittelmeer hat, aber wirtschaftlich prosperiert. Das größte Budget, nämlich 30 Prozent, wird hier in Erziehung und Bildung investiert, und wie überall in Israel werden auch hier kreative Wege gesucht, den öffentlichen Nahverkehr zu gestalten – unter anderem mit dem geplanten Einsatz von U-Bahnen. Überhaupt werden Eisenbahnlinien überall geplant, der Zugverkehr vom Flughafen nach Tel Aviv und von dort in den Norden ist seit kurzem wieder mit regelmäßigem Fahrplan aufgenommen worden, und in Jerusalem sieht man an allen Ecken die Bauschilder der geplanten Stadtbahn. Die Schwierigkeiten dieses Projektes, das seit Jahren verwirklicht wird, wurden erst am 30. November 2004 in der Jerusalem Post ausführlich geschildert – die vorbereitenden Straßenbauarbeiten zur notwendigen Verbreiterung der Fahrbahnen sind demnach abgeschlossen. Moshe Meron, Knesset-Abgeordneter a.D. und Stadtrat a.D. erzählte allerdings auch aus den Zeiten des Golfkriegs, als Ramat Gan Ziel eine Raketenangriffs wurde, der auch sein Haus traf – mit insofern glimpflichem Ausgang, als Menschen und seine Bücher nicht zu schaden kamen und sein Haus inzwischen neu aufgebaut ist – ein weiterer Neuanfang für den noch immer agilen älteren Herren aus Deutschland, von dem er wie selbstverständlich berichtet.

 

Der erste offizielle Programmpunkt in Jerusalem war der Besuch der Jugendbegegnungsstätte Beit Ben-Jehuda – Haus Pax, ein Projekt der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“. Derzeit arbeiten über 20 Freiwillige aus Deutschland in gemeinnützigen Projekten in Israel, einige davon stellten ihre Arbeit und Motivation vor. Das Haus besteht aus dem historischen Wohnhaus des Begründers des modernen Hebräisch Eliezer Ben Yehuda und einem neu gebauten Gästehaus, das am 31.10.2004 in Jerusalem eröffnet wurde (www.asf-ev.de).

 

Nach dem Besuch der Jerusalemer Altstadt fuhren wir am nächsten Tag durch die Wälder des Jüdischen Nationalfonds KKL (http://www.kkl.org.il oder http://www.jnf-kkl.de). Unsere Begleiterin war Jana Marcus-Matanova, die uns während sie ihre Lebensgeschichte erzählte, eine für jüdische Familien typische Wanderschaft zwischen den Welten, die nun in Jerusalem angekommen ist, die eindrucksvollen Ergebnisse der mühsamen Arbeit des KKL zeigte: Ein großer Wald, der von den Israelis als Naherholungs­gebiet gerne genutzt wird, allerdings auch immer wieder Zerstörungen durch Brandstiftungen ausgesetzt ist (der KKL unterhält eine eigene Feuerwehr). Ein Abstecher zum Heinrich-Grüber-Park, zu dem wir Berliner ja eine besondere Beziehung haben, fehlte ebenso wenig wie der Besuch einer Erinnerungsstätte an die sechs Millionen Toten und die Wiedergeburt Israels mit einem Mahnmal des israelischen Bildhauers Nathan Rapoport („Scroll of Fire“) – einer Thorarolle, die die Geschichte der Verfolgung des jüdischen Volkes als sich immer wiederholend symbolisiert. Die Gedenkstätte wurde 1971 von B’nai B’rith errichtet und wird vom KKL gepflegt; sie zeigt sehr eindrucksvoll, wie Erinnern auch bildlich angemessen dargestellt werden kann – die Wahl der Stätte, ein wunderbarer Aussichtspunkt über das Land Israel, ist dabei ebenso von Bedeutung wie die Plastik selbst, die nicht als Monumentalbau vereinnahmt, sondern durch ihre Gestaltung und Symbolhaftigkeit beeindruckt.

 

Am selben Tag stand noch ein Besuch bei AMCHA (http://www.amcha.org) auf dem Programm. Das kleine Büro im Stadt­zen­trum von Jerusalem ist für viele Überlebende ein fester Anlaufpunkt geworden, wo Erfahrungen aus­ge­tauscht und auch kostenlose Psychotherapie angeboten wird. Die zweite Generation allerdings, die oft genauso unter den Folgen leidet wie ihre Eltern, muss für diesen Dienst selbst zahlen, staatliche Unter­stützung für professionelle ärztliche Betreuung gibt es ebenso wenig wie Hilfe aus Deutschland. Bedeutend ist daher die Funktion AMCHAs besonders als Selbsthilfegruppe, wo sich Betroffene mit gleichen Erfahrungen treffen können. Nach dem Abendessen folgte ein Gespräch mit David Witzthum, Moderator und Chefredakteur im 1. Israelischen Fernsehen und Dozent an den Univer­sitä­ten Tel Aviv und der Hebräischen Universität in Jerusalem, der über seine journalistische Arbeit auch als Korrespondent in Deutschland berichtete und uns die israelische Medienwelt erklärte – ein sehr interessantes Thema, dem wir allerdings nach dem ereignisreichen Tag kaum noch gewachsen waren.

 

Beim Besuch des Außenministeriums standen sicherheitspolitische Fragen im Vordergrund – so könne man sich über Israel nicht unterhalten, ohne die Landkarte ständig vor Augen zu haben – Israel, ein schmaler Streifen Land am Mittelmeer, teilweise nicht einmal 40 Kilometer breit, umgeben von zwanzig arabischen Staaten – das Problem der Sicherheit steht derart drastisch vor Augen. Han Ben Dor, Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit wies nicht nur darauf hin sondern stellte auch fest, dass Israel zwar großes Interesse an bilateralen Beziehungen mit der EU habe, jedoch keineswegs an einer Rolle in ihr. 60% der importierten Waren stammen aus der EU, nur 30% des Exports gehen in die EU. Yuval Fuchs, Leiter der Abteilung für Deutschland stellte die ersten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 40jährigen Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen vor – geplant sind Staatsbesuche sowie Veranstaltungen in vielen Bereichen von Sport bis zur Wissen­schaft. Es wird ein eigenes Blumen-Logo in den Farben blau-weiß und schwarz-rot-gold geben sowie eine Briefmarke. Durch die Knesset führte uns Naomi Blumenthal, Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Parlamen­tarier­gruppe. Auch hier drehten sich die Gespräche immer wieder um die gleichen Problemkreise – ob der Abzug der jüdischen Siedler aus dem Gazastreifen tatsächlich Aussichten auf eine friedlichen Lösung zum Zusammenleben mit den Palästinensern bieten kann oder nicht, eine Diskussion, die am nächsten Tag bei der Besichtigung des Zauns fortgeführt wurde, für den Nachmittag aber zugunsten des Besuchs der Gedenkstätte Yad Vashem zurückgestellt wurde. Hier herrschen nach den Auftakt­feier­lichkeiten in 2003 zum fünfzigjährigen Bestehen – 1953 war das Jahr, in dem Yad Vashem von der Knesset per Gesetz etabliert wurde -  noch immer rege Bautätigkeiten, die den Charakter der Gedenkstätte zurzeit erheblich stören. 1987 erbaut wurde eine unterirdische Halle zur Erinnerung an die ermordeten Kinder, deren Gestaltung in höchstem Maße beeindruckt – wenige Kerzen werden in der zentralen Gedenkhalle in Spiegeln multipliziert und erwecken den Eindruck eines funkelnden Sternenhimmels, dazu werden Namen ermordeter Kinder verlesen. Auch der Eingangsbereich wird neu gestaltet und ein weiterer Museumskomplex ist im Bau, der am 15. März eröffnet werden soll (Beschreibung der Bautätigkeiten im Einzelnen unter www.yadvashem.org.il).

 

Am letzten Tag besuchten wir die jüdisch-arabische „Hand in Hand-Schule“, ein Projekt, das mit einem stringenten 50%-50% System vom Direktor bis zum Schüler bemüht ist, gegenseitiges Ver­ständ­nis zu schaffen – das fängt bei der Sprache an, alle Schüler lernen hebräisch und arabisch, in jeder Klasse gibt es zwei Lehrer, der Lehrplan wird besonders auf die spezielle Situation abgestimmt. Die Besichtigung vor Ort war beeindruckend, auch die Herangehensweise und der Versuch der Kon­flikt­lösung durch Verständigung ist ein auf ersten Blick einsichtiges Konzept. Ob dieses Projekt aller­dings wirklich den gewünschten Erfolg haben kann ist alleine schon deswegen fraglich, weil es sich in erster Linie an israelische Araber richtet – lediglich drei Palästinenser besuchen die Schule, und für sie ist es oft beschwerlich zum Unterricht zu kommen. Dieses Problem führte zu unserem vorletzten Programm­punkt – dem Projekt der Sicherheitssperranlage gegenüber den palästinensischen Gebieten, von vielen „Mauer“ genannt – ein Begriff, der nur auf ein kleines Teilstück, etwa 3% der Anlage in der Nähe von Jerusalem zutrifft. Größtenteils handelt es sich um einen Zaun, der quasi eine elektro­ni­sche Alarmanlage ist. Die Argumente von Dr. Marc Lucia, Vertreter der Organisation „Sicher­heits­zaun für Israel“ (http://israelfence.org) für den Zaun, der bereits etliche Anschläge verhindern konnte, waren sehr schlüssig. Die geplante Einrichtung von Kontrollpunkten als Passierstellen könnte die Beziehungen zwischen Palästina und Israel wieder erheblich erleichtern und wäre damit für beide Partner von Vorteil. Auch Amos Gil, Direktor der Organisation „Ir Armim“ (www.ir-armim.org.il) sprach sich nicht prinzipiell gegen den Zaun aus – mit ihm unternahmen wir eine Besichtigung der hässlichen und vor allem unvollendet gebliebenen acht Meter hohen Betonmauer südlich von Jerusalem. Allerdings klagt seine Organisation gegen den konkreten Verlauf, der zum Teil Nachbarn trennt und oft primär an israelischen Sicherheitsinteressen orientiert ist ohne auf die Bewohner Rücksicht zu nehmen. In der Nähe von Bethlehem fuhren wir auch an einem Stück Mauer vorbei, das errichtet worden war um die Passanten und Autos vor willkürlichem Beschuss aus palästinensischem Gebiet zu schützen – hier wird die komplexe Problematik wieder überdeutlich.

 

Unser letzter Programmpunkt war ein Besuch bei ZAKA Rescue and Recovery (http://www.zaka.org.il), der Hilfsorganisation für Terroropfer, die es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, erste Hilfe bei Katastrophenfällen zu leisten und die Toten besonders der Terroranschläge zu identifizieren und ihnen eine den Religions­gesetzen entsprechende Beerdigung zu ermöglichen, indem sie die kompletten Überreste wie Blut und Hautfetzen aller Opfer zusammensuchen, ohne Berücksichtigung derer religiöser Herkunft. Die Mitarbeiter sind fast alle Freiwillige, die in ihre Familien eingebunden sind und ihren Dienst mit deren Einverständnis ableiste. Sie werden in Selbst­hilfe­gruppen psychologisch betreut, damit sie dieser Arbeit gewachsen sind. ZAKA-Angehörige wurden bei ihrer Arbeit auch mit sogenannten „Folgeattentätern“ konfrontiert, die sich nach Eintreffen der ersten Freiwilligen in die Luft jagten, um die Rettungsversuche zu verhindern. Dies traf ZAKA-Mitarbeiter deshalb besonders, da sie aufgrund ihrer Organisation meist noch vor den staatlichen Ambulanzen vor Ort sein können – die Mitglieder tragen Pieper und werden sofort alarmiert, so dass sie, wenn sie in der Nähe des Unfall- oder Attentatorts sind, schnell dort sein können. Die Freiwilligen von ZAKA sind mittlerweile eine international anerkannte Rettungstruppe, deren professionelle Arbeit vor Ort auch von den Behörden und den staatlichen Ambulanzen geschätzt wird.

 

Dieser Besuch zeigte noch einmal sehr eindrucksvoll, dass Israel nicht nur ein Land ist, das eine Menge historische Attraktionen und Entspannung an wunderschönen Sandstränden zu bieten hat, sondern sich eben auch in einer angespannten politischen Lage befindet, auch wenn man im Alltag davon kaum betroffen ist. So gewöhnt man sich nicht nur sehr schnell an die konstanten Sicherheits­checks, sondern beginnt sie geradezu zu vermissen, wenn sie mal lässig gehandhabt werden, oder fragt sich sogar, ob man sich in einem Lokal, in dem der Rucksack eher nur nebenbei beäugt wurde überhaupt länger aufhalten sollte. Man wird immer wieder an die fragile Situation des kleinen Landes erinnert, sei es, dass man wenn man den Strand von Tel Aviv verlässt von Schildern mit „Geh in Frieden“ gegrüßt wird, sei es, dass man beim Besuch der Klagemauer durch Sicherheitsmaßnahmen wie am Flughafen geschützt wird. In Israel gewinnt das Wort „Frieden“ einen viel eindrücklicheren Wunsch als wir es uns in unserem seit Jahrzehnten friedlichen (West-)Europa vorstellen können. Israel ist ein anstrengendes Land, aber sehr lebendig und mit Sicherheit eine Reise wert.

 

Besonderer Dank gilt der großartigen Organisation des interessanten Programms der Reise durch die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Maggie Jahn und dem stellvertretenden Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Reiseleiter Bernhard Krane. Die Reise wurde teilweise von einem Team des Bayerischen Rundfunks begleitet, das im Auftrag der ARD eine Sendung anlässlich des 40. Jahrestages der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel produziert, die im Frühjahr 2005 gesendet wird.

 

Nikoline Hansen